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Zur Einleitung erst einmal meinen herzlichsten Dank an Familie
Heidenreich, die es mir ermöglichte, „meine“ Lieblinge, die Geparde,
hautnah zu erleben.
Danke auch für die herzliche Gastfreundlichkeit und den „Zauber“ einer
unberührten Natur mit vielen Tieren.
Die Cheetah`s zu berühren, mit ihnen zu schmusen – es war ein unbeschreibliches Glücksgefühl.

Ich konnte mir nur andeutungsweise vorstellen, was mich auf Cheetah`s
Rock erwartet.
Wie verhalten sich Geparde in "Gefangenschaft"?
Ist die Muskulatur erschlafft? Sind die angeborenen Instinkte verloren
gegangen?
Ich wurde in diesen 8 Tagen eines besseren
belehrt, habe das Verhalten der vier eigenen Tiere von Familie
Heidenreich und den Gastkater Hannibal die ganzen Tage beobachten
dürfen.
Geparde in Privathaltung - sie können ein
riesiges Auslaufgebiet haben -
wenn es dort keine
Beutetiere gibt, die sie jagen können, verkümmert die Muskulatur
vollständig. Freiwillig würde ein Gepard niemals rennen, er verdöst,
wie alle Katzen, den ganzen Tag.

Hier die Kurzform:
Bagheera, jetzt 12 Jahre alt und die Mama von
Sheila und Leila sowie Shirkan, 10 Jahre alt, haben auf dem riesigen
Gelände mit natürlichen Felsen, hohem Gras und sehr vielen natürlichen
Kaninchenbauten den Himmel auf Erden.
Die beiden Geschwister (in Sheila habe ich mich
auf Anhieb verliebt, seitdem sie mir ausgiebig das ganze Gesicht
abschleckte) leben verhaltensgerecht in getrennten großen Gehegen,
Bagheera daneben, etwas erhöht auf einem Hügel.
Shirkan hat sein Gehege (alle sehr weiträumig
mit Unterkunft für kühlere Nächte, Felsen, Gräser drin) außer
Sichtweite zu den weiblichen Tieren.
(wegen etwaiger Zuchterfolge).
Die Gehege (größer als in Zoologischen Gärten)
sind direkt an das Wohnhaus angeschlossen, das erhöht gebaut wurde und
Familie Heidenreich von jedem Platz, jedem Fenster, Übersicht auf alle
Tiere hat.
Sheila und Leila kommen immer zusammen in das
große Freigehege (kommt auch mal vor, dass sie keine Lust haben, da
die Geparde in freier Wildbahn auch nur zum Beutekill ihren Ruheplatz
verlassen).
Jede Cheetah kommt abwechselnd zu
unterschiedlichen Zeiten raus, da die Wildkaninchen in der prallen
Mittagshitze in ihren Bauten bleiben.
Einmal in der Woche ist für alle Geparde "Fastentag"
- in der Natur müssen sie oftmals nach erfolglosen Jagden auch 2-3
Tage lang hungern.
Ansonsten bekommt jedes Tier frisches
Ziegenfleisch. Dort sind alle Inhaltsstoffe drin, die Geparde für ein
gesundes Leben benötigen.
Familie Heidenreich hat aufgrund ihrer
langjährigen Erfahrungen wirklich alles Menschenmögliche getan, um
ihren Raubkatzen ein verhaltensgerechtes Leben zu bieten.
Was für mich wie ein zur Wahrheit gewordenes
Märchen wurde, waren diese täglichen Erlebnisse, mit den Geparden auf
Streifzüge zu gehen, mit ihnen zu schmusen, sie hautnah beobachten zu
können.
Sobald sie auf einen Menschen zu gehen, (sie
mögen nicht alle Besucher, wie wir und andere Tiere, z.B. Hunde,
Katzen usw. auch nicht jeden in unser Herz schließen) fangen sie wie
eine Nähmaschine zu schnurren an (ab ca. 5 Meter Entfernung).

Sie lieben es,
hinter und in den Ohren kräftig gekrault zu werden, leckten mir die
Finger ab - Sheila ausgiebig mein Gesicht mit ihrer rauhen
unheimlichen langen Zunge und lecken auch gerne die Haare. Genauso
machen sie es miteinander (Sheila und Leila mögen sich, da sie
Geschwister sind, ansonsten sind Geparde (bis auf männliche
Junggesellengruppen) Einzelgänger.
Was sie absolut nicht mögen, das ist, wenn man sie fest
umfasst. Dies stellt eine Art Bedrohung dar und sie haben das Gefühl,
nicht entkommen zu können.
Geparde untereinander schnurren niemals. Das
kommt nur bei der Begrüßung mit einem vertrauten Menschen vor.
Gastkater Hannibal, der Bagheera decken soll
(sie hatte erst zwei Würfe, wovon bei der ersten Geburt nur ein Welpe
lebend geboren wurde)
wird wohl nicht das "Vergnügen" haben, Bagheera
decken zu dürfen.
Auch die Cheetah`s haben ihren eigenen
Geschmack, was die Wahl ihrer zukünftigen Kinder angeht. Bagheera z.B.
scheint ihn nicht sonderlich anziehend zu finden.
Als beide gemeinsam im großen Freiauslauf waren, sah
ich zum ersten Mal live, wie weibliche Tiere einem Kater drohen.
Die Kater (Hannibal ist bedeutend größer und
kräftiger wie Bagheera, sie ist eine zierliche, wunderschöne Katze mit
einem ganz feinen Gesicht und wunderschönen Augen) verziehen sich dann
respektvoll, wie normale "Hauskatzen" männl. Geschlechts auch.

Er "bellte" häufig, wenn er die Mädels draußen
im Freigehege sah.
Die beiden Geschwister, jetzt 2 1/2 Jahre alt,
werden erst gedeckt, wenn sie einen regelmäßigen Zyklus haben -
frühestens mit 3 Jahren. Sonst könnte man es mit einem 13jährigen
schwangeren Mädchen vergleichen.
Ich lag so häufig auf der Lauer, um eine
erfolgreiche Jagd zu fotografieren. Die Geparde springen so schnell
mit einem Riesensatz vom Felsen oder wo sie auch immer rum liegen,
dösen oder Ausschau nach etwaiger Beute halten, dass ein "Schuss" aus
der Kamera leider immer nur noch ein Schwanzende (wenn überhaupt)
zustande brachte.
3 mal habe ich jeweils über 1 Stunde den ganzen
Freiauslauf nach den Tieren abgesucht, kroch hinterher auf dem
Zahnfleisch (meine Knochen sind nicht mehr die jüngstenJ).
Ich kam mir wie in der Masai-Mara/Kenia vor.
Nur mit dem Unterschied, dass ich dort im Auto saß und nicht über
kleine Hügel (auf Kaninchenbauten auch noch aufpassend), mich durch
hohes Gras durchkämpfen musste.

Wenn ein Schäfer seine Schafherde auf die
Wiesen außerhalb des Geländes trieb, wären die Geparde liebend gerne
über den hohen Zaun gesprungen.
Wenn auf Cheetah`s Rock rings herum eine Mauer
wäre, für Geparde ist es ein leichtes Spiel, diese zu überwinden.
Durch den Maschendrahtzaun ist es ihnen nicht möglich (zum Glück).
Herr Dr. Heidenreich hat
im Zaun ein kleines Loch hinein geschnitten, so dass auch Hasen in das
Gehege kommen. Das ist natürlich ein besonderer Leckerbissen, da sie
größer als die Wildkaninchen sind und nicht in einem Bau verschwinden
können.
Gleichzeitig habe ich in dieser wundervollen
Zeit noch sehr viel gelernt:
Derzeit war ein junger Star dort (Knöpfchen),
der aus dem Nest gefallen war und mit der Pinzette gefüttert wurde
(bei meiner Abreise war er bereits so weit, dass er in der Küche rum
flog und sich am liebsten auf die Haare von Frau Heidenreich setzte).
Falls es ein Männchen ist, fängt er mit ca. 3-4 Monaten zu sprechen
an.
Ferner lebt dort in einer riesigen Voliere ein
20-jähriger Kolkrabe, der Frau Heidenreich als seine "Lebenspartnerin"
auserkoren hat, 2 Triele, die halbtot irgendwo gefunden wurden, ebenso
5 Gartenschläfer und Tessa, eine 1-jährige Hündin.
Von Herrn Dr. Heidenreich
bekam ich täglich einen Kurs "wie lerne ich richtig fotografieren".
Danach wurde mir erst bewusst, was ich bislang für miese Fotos hatte,
sogar online stellte…
Ihm habe ich diese traumhaften Bilder zu verdanken. Ich hoffe, bei
meiner nächsten Kenia-Reise im Oktober (natürlich wieder in die
Masai-Mara) vielleicht annähernd einige gute Fotos „schießen“ zu
können.
Dort sind erschwerte Bedingungen – nur aus dem
Autofenster heraus, umringt von anderen Safarifahrzeugen – zumindest
habe ich jetzt einen anderen Blickwinkel beim Betrachten der Tiere und
wie ich sie einigermaßen in Szene setzen kann.
Fotos in dieser Perfektion
hätte ich bislang nie fertig gebracht.
Bei Frau Heidenreich würde ich gerne einen Kochkurs absolvieren. Die
einzelnen Gerichte waren ein absoluter Gaumenschmaus, ein
5*-Restaurant würde den Gästen nichts anderes anbieten.
Fazit: Geparde in Privathaltung sind absolut ok,
wenn alles stimmt. Sie Beute jagen und erlegen können und ihr ganzes
Leben sich wie in freier Wildbahn abspielt. Aber auch das Klima muss
stimmen.
In Zentralspanien ist es
im Dezember immer noch ca. 25 Grad warm, im Januar und Februar ist es
etwas kühler.
Auf Cheetah`s Rock stimmt einfach alles.
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