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Schlangenalarm in der Küche
(c) 2008 by Brigitte
Brach

Gestern hatte ich Besuch von einer lieben
bekannten, einer Kenianerin. Wir besichtigten meine neue noch nicht
fertige Wohnung und trafen den Eigentümer. Ich krallte ihn mir und
fragte, wann ich nun endlich mit Fertigstellung rechnen könnte. Er
meinte, ende Juli. Also nehme ich an, Mitte August...
Er ist aber wegen der momentanen laufenden
Einbrüche zu der Überzeugung gekommen, doch an sämtliche Fenster
Eisengitter zu machen und will von innen vor jedes Fenster auch
Moskitonetz mit Klettverschluß machen lassen, damit man es waschen
kann.
Viel Fortschritt war in meiner Wohnung noch
nicht zu sehen. In der Kammer waren Regale angebracht, in der
Nachbarwohnung schon Bäder und Küche fertig gefliest, weil dort in dem
Teil des Hauses schon der Wassertank oben installiert war.
Er wollte mir diese Wohnung einreden, aber ich
verneinte. Da habe ich von einem Fenster im Wohnzimmer den Anblick auf
den Members-Club mit Toilette. nö, muss ich nicht haben...
Momentan ist sein Askari in der Nebenwohnung in
der Nacht, damit Banditen kein material stehlen können.
Gestern konnte ich mich über Abwechselung und
Einsamkeit nicht beklagen. Als mein Besuch und ich zurück kamen,
wollte ich Mama Betty einen Saft aus der Küche holen. Schock... es
schlängelte sich mir eine grüne Mamba auf dem Küchenfussboden
entgegen.
Wir sofort samt Naima nach draußen und Haustür
zu. Bin zur Eigentümerin gelaufen und habe die anwesenden beiden
Viehhüter gebeten, dass sie mir helfen. 
Der eine (am Ende der Bilderserie) bringt mir
morgens immer die Milch für Naima und die Katzen und ich treffe ihn
oft beim Rundgang mit den Kühen an. Beide Männer bewaffneten sich mit
Stöcken und guckten nach.
Schlange war weg... Mist. Also, alles absuchen,
auch Wohnzimmer, Flur usw.
zum Glück war Betty als Zeuge da und konnte
bestätigen, dass wirklich eine Schlange in der Küche war. So konnten
sie nicht denken, dass ich alte Oma gaga in der Birne bin...
Kühlschrank weggeschoben, Herd weggeschoben,
angekippt – keine Schlange...
draußen jaulte Naima, weil sie mich drinnen
hörte und ausgesperrt war.
Das war gegen 11.30 mittags. Um ca. 13 h sah
Betty auf einmal einen Kopf unter dem Herd vorgucken. Also, Herd unten
Schublade raus, angekippt, nachgesehen – Schlange war wieder weg.
Der eine Helfer schraubte dann notgedrungen die
Rückwand meines Herdes ab, Betty träufelte überall rings herum
Kerosin, weil Schlangen, wenn sie daran riechen, sterben.
Die ganze Küche stank nach Kerosin, aber egal...

Nichts zu sehen. Es wurde an den Herd geklopft,
damit sie rauskommt – nö, die war clever...
Dann machte ich den Vorschlag ein Küken von der
Eigentümerin des Hauses in die Küche zu bringen. Die Viehhüter sagten
entsetzt: neeeeeein
Dann verhielten wir uns ruhig, saßen im
Wohnzimmer – immer den Blick auf den Herd.
Irgendwann kam das Schwanzende an dem Aussenanschluss raus. Taschen-lampe her und alles ableuchten.
Sie war ganz oben in der Verkleidung. Der
Schwanz hing links heraus, rechts ganz an der Seite war der Kopf und
die Augen zu sehen.
Wild rumfuchteln ging nicht, da innen auch die
Elektrokabel für die beiden Elektroplatten waren. Innen Kerosin ging
auch nicht, wegen dem Gas. 
Backofen anmachen, damit sie wegen der Hitze
rauskommt, ging auch nicht, weil der noch nicht fertig installiert ist
(lasse ich in neuer Wohnung machen).
Betty erwischte mit meinen spitzen Masaispeer
endlich irgend etwas von der Schlange und stach beherzt zu. Dann wurde
sie damit quasi festgenagelt, lebte aber noch.
Ca. 16.30, sie bewegte sich kaum mehr, griff der
Kuhhirte mit meiner bewährten Spagettizange an das Hinterteil (hatte
sie mit Holz verlängert) und zog sie vorsichtig raus. dann ein Stich
auf dem Küchenboden und sie war tot...
Diese ganze Aktion dauerte geschlagene 5 Stunden...
Am Abend kam die Eigentümerin (ihre Arbeiter hatten ihr
davon erzählt), sah sich meine Fotos an und meinte, ja es wäre eine
grüne Mamba, aber diese Art hier in Kenya wäre nicht sehr gefährlich.
Nur für Tiere und Kleinkinder... 
Na, wenn die Arbeiter schon mit äußerster
Vorsicht rangingen, auch Betty, die ja hier leben... also ich traue
dem ganzen nicht. Auch die kleinen Arten spucken weit ihr Gift...
Jedenfalls mache ich jetzt ein Handtuch, getränkt mit
Kerosin vor den Spalt der Küchentür und habe die Eigentümerin
aufgefordert, dass ihre Arbeiter die Küchentür so bearbeiten, dass
keine Schlange mehr rein kann...
Moses, mein Askari, hat sowieso Angst vor
Schlangen (als Maasai !!!). Haben ihm auch die Fotos gezeigt und
gesagt, dass sie jetzt in seinem Aussen-Klo ist. Ich vermute mal, er
wird die nächsten Nächte nicht darin schlafen, grins...
Habe die aktuellen Preise für Erstantrag Permit
K (für Rentner) erfahren:
Erstantrag für drei Jahre = 160.000 ksh, plus
ca. 60-80 Euro für die Rückflugversicherung, falls man ausgewiesen
wird.
Verlängerung dann jeweils pro Jahr 25.000 ksh,
also für weitere drei Jahre dann 75.000 ksh.
Bei Erstantrag wird auch polizeiliches
Führungszeugnis (aus Heimatland) verlangt, original Konto-Auszug von
Bank in Kenya, beglaubigte, englische Übersetzung des
Rentenbescheides, Mietvertrag von Kenya.
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Penye nia pana njia ...
Wo ein Wille ist, ist ein Weg

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